ALLGÄUER ALPENWASSER GmbH

Salzstr. 52 |  D-87534 Oberstaufen-Wiedemannsdorf
Tel: +49 8325.444  |  Email: info@alpenwasser.de

Öffnungszeiten Werksverkauf: 
Mi-Fr: 14:00 - 18:00 Uhr | Sa: 9:00 - 13:00 Uhr

Öffnungszeiten Büro:

Mo-Do: 08:00 - 17:00 Uhr | Fr: 08:00 - 13:00 Uhr

  • Facebook Basic Black
  • Instagram Basic Black

#IdBeargdohuim Blog

Zeitung

NATURGESCHICHTCHEN
AUS UNSEREM URSPRUNG

EIN KINDERBUCH

ÜBER DIE NATUR ...

Petra Schönberger und Dr. Michael Schneider haben ein Kinderbuch über die Natur im Allgäu geschrieben, unter anderem geht es um den Naturpark Nagelfluhkette. Wir haben Ihnen ein paar Fragen rund um das Buch gestellt.

WIE IST DIE IDEE ZU DEM BUCH ENTSTANDEN?

PETRA SCHÖNBERGER:

Michael Schneider hat bereits mehrere Bücher geschrieben, die sich mit der Natur im Allgäu beschäftigen. Ich habe ihn ge-fragt, ob er nicht Lust hätte, ein Buch für Kinder zu machen. Er sagte zu, aber nur unter der Bedingung, dass wir das Buch gemeinsam machten. Dann sind wir zehn Tage in den Bergen unterwegs gewesen. Wegen schlechten Wetters mussten wir zwei Tage im Prinz-Luitpold-Haus ver-bringen. Wir haben dann dort pausenlos am Buch gearbeitet und so sind auch die Figuren wie der Schlaufux entstanden, der mit dem Apollofalter Parnassius durch das Buch führt. Insgesamt haben wir keine sechs Monate an dem Buch gearbeitet. 

WARUM HABEN SIE SICH IM BUCH 

AUCH DES THEMAS »NATURPARK 

NAGELFLUHKETTE« ANGENOMMEN?

MICHAEL SCHNEIDER:

Wenn man Allgäuer im Herzen ist, dann schätzt und liebt man das Allgäu und dann sucht man automatisch nach einem Schau- platz, der in der näheren Umgebung liegt.

FÜR WELCHES ALTER WURDE DAS BUCH GESCHRIEBEN?

PETRA SCHÖNBERGER:

Das Buch ist für alle Altersgruppen gedacht, von 6- 99 Jahren.

AUF DEN SPUREN DES
APOLLOFALTERS

WIE WICHTIG IST ES, DEN KINDERN DIE NATUR NÄHER ZU BRINGEN?

PETRA SCHÖNBERGER: 

Das ist eine zentrale Aufgabe und die liegt vor allem in den Händen der Eltern. Leider verbringen immer weniger Kinder ihre Zeit in der Natur. Hier im Allgäu sind wir ja noch gesegnet im Vergleich zur Stadt, wo man nicht mehr so einfach raus kann, weil es zu wenig Grünflächen gibt. Meine eigenen, inzwischen erwachsenen Kinder durften auch vor den Computer, aber man muss das richtige Maß finden und dies den Kindern auch vermitteln. Ihnen den Medienkonsum komplett vorenthalten, wäre für uns kein gangbarer Weg gewe-sen. Früher konnte man die Kinder bedenkenloser rausschicken, heute ist das aus Sicherheitsgründen nicht mehr ganz so einfach.

SIND WEITERE BÜCHER GEPLANT?

MICHAEL SCHNEIDER:

Es gibt Ideen für ein Buch für Erwachsene. Das wird eher Infotainment sein. Bisher habe ich nur Nachschlagewerke geschrieben. Das Lesepublikum möchte wissenschaftliche Informationen auf unterhaltsame Weise ver-mittelt bekommen, anstatt lange Abhandlun-gen lesen zu müssen. 

WARUM WURDE DER APOLLOFALTER ZUM PROTAGONISTEN DES BUCHES?

MICHAEL SCHNEIDER:

Es sollte ein Tier sein, das zum einen schön ist und den Kindern gefällt und dazu noch streng geschützt ist. Der Apollofalter erfüllt all diese Kriterien. Er wird auch Schneewittchenfalter genannt, dieser Name spricht die Kinder an.

WAS GEFÄLLT IHNEN BESONDERS GUT 

AM NATURPARK?

PETRA SCHÖNBERGER: 

Der Naturpark ist ein grenzüberschreitendes weitläufiges Schutzgebiet und verbindet Deutschland und Österreich. Die speziell an diese Lebensräume angepasste Tier- und Pflanzenwelt ist einzigartig und besonders schützenswert.

MICHAEL SCHNEIDER:

Es gibt im Naturpark eine beeindruckende geologische Vielfalt, außerdem eine reich-haltige Flora und Fauna. Der grenzüber-schreitende Aspekt beeindruckt mich auch. Schließlich leistet das Management des Parks hervorragende Arbeit. 

WAS VERBINDET SIE MIT NATURPARK?
 

PETRA SCHÖNBERGER: 

Der Park befindet sich vor meiner Haustüre. Überall im Allgäu liegen die Nagel-fluhsteine herum, man hat sie vor der Nase und wächst damit auf, das verbindet. Wir sind beide im Naturpark sehr viel unterwegs. Häufig treffen wir über mehrere Tage kaum Leute auf unseren Touren, weil wir das Besondere sowie abgelegene Plätze suchen. So konnten wir viele einzigartige Erlebnisse und Momente 

für das Buch sammeln.

WIE WAR DIE AUFGABENVERTEILUNG BEIM BUCH?
 

MICHAEL SCHNEIDER:

Fachlich wurde viel von meinem alten Buch übernommen, aber größtenteils haben wir uns die Arbeit 1:1 geteilt.

WAS MACHEN SIE, WENN SIE KEIN BUCH SCHREIBEN?
 

MICHAEL SCHNEIDER:

Ich halte Vorträge, leite Naturschutzprojekte, veranstalte Lehrgänge, nehme Kartierungen von Alpensalamandern, Orchideen usw. vor. Einmal die Woche unterstütze ich meine Schwester im Familienhotel. Mir wird also nicht langweilig.

KLIMAWANDEL AUCH IM
ALLGÄU ...

REGISTRIEREN SIE BEREITS

VERÄNDERUNGEN DES KLIMAWANDELS IM 

NATURPARK BZW. IN DER ALLGÄUER 

NATUR?

MICHAEL SCHNEIDER: 

In den letzten hundert Jahren ist es mancherorts im Allgäu um 2,4 Grad wärmer geworden, mehr als doppelt so viel wie im globalen Mittel. Die Iller bei Sonthofen ist in den letzten vierzig Jahren um 3,4 Grad wärmer geworden, was zur Folge hat, dass Fische abwandern. Auch bei dem Beginn der Blüte von Pflanzenarten wie Löwenzahn oder Krokus sowie beim Nadelfall der Lerche gibt es Veränderungen. Durch die Erwärmung verlängern sich die Vegetationsperioden, Pflanzen haben im Jahr bis zu fünf Wochen mehr Zeit zum Wachsen. Von den 20 Zugvogelarten, die ich untersucht habe, kommen aufgrund der Erderwärmung 16 Arten früher aus den Überwinterungsgebieten zurück ins Oberallgäu, als das vor 50 Jahren noch der Fall war.

SIE SIND VIEL GEREIST IN IHREM LEBEN, WAS HAT SIE DAZU BEWOGEN, WIEDER INS ALLGÄU ZURÜCKZUKEHREN?
 

MICHAEL SCHNEIDER: 

Ich war über 10 Jahre mit meiner Familie in den Tropen, unter anderem in Afrika. Irgendwann stand eine Schulentscheidung an und wir haben uns für das deutsche Schulsystem entschieden. Außerdem konnte ich in unser Familienhotel in Wertach einsteigen. Mir war allerdings auch wichtig, den Absprung zu schaffen. Wenn man so lange und so viel unterwegs ist, verliert man leicht den Bezug zur Basis, den Kontakt zur Heimat und das wollte ich vermeiden. Auch die medizinische Ver-sorgung und vor allem die Sicherheitslage in den afrikanischen Ländern haben die Entscheidung reifen lassen, wieder in die Heimat zurückzukehren.

WO KANN MAN DAS BUCH KAUFEN?
 

PETRA SCHÖNBERGER: 

In jeder Buchhandlung und im Buch- versandhandel.

In Zukunft könnte es zu Nahrungsengpässen kommen, weil wir nicht wissen, ob beispielsweise Schmetterlingsraupen dann schon als Nahrung zur Verfügung stehen. Ganze Nahrungsketten könnten so durch-einandergeraten. Eine weitere Gefahr ist der Borkenkäfer, der auch den Allgäuer Waldbesitzern dieses Jahr wieder viel Ungemach bereitet hat. Die Wildschweine kommen nun auch im Allgäu vor und Grillen sind bis auf 1.400 m zu finden.