BRAUCHTUM
IM ALLGÄU

Der Funkensonntag hat rein gar nichts mit einem Funkenmariechen zu tun. Ganz im Gegenteil: Das Funkenmariechen hat im Fasching Hochsaison und spätestens beim Kehraus ausgedient. Das Funkenfeuer hin gegen findet immer zu Beginn der Fasten zeit statt, gleich am ersten Sonntag nach Aschermittwoch. Dieser Feuerbrauch ist im gesamten schwäbisch-alemannischen Raum verbreitet. Alt und Jung triff sich am dort, wärmt sich am Feuer, trinkt heißen Tee oder Glühwein und schaut zu, wie die Funken-hexe oben auf der Spitze des Funkens in den lodernden Flammen zappelt. Nicht zu vergessen, die berühmten Funkakiachle (=Funkenküchle), aber dazu später. Die Errichtung des Funkens bedarf einiger Vorbereitung. Bereits nach Dreikönig wird mit dem Holzsammeln angefangen.

DIE FUNKENHEX
MUSS FLACKERN

Ganz oben wird der Funken mit einer Funken-hexe gekrönt, die an einer Stange in den Holzstapel gesteckt wird. Die Funkenhex ist eine Strohpuppe, die gebastelt werden muss und wie eine Hexe angezogen wird, mit buntem Rock, zerschlissener Jacke und manchmal mit einer schaurigen Larve. Mit dem Funkenfeuer soll der Winter und die Dunkelheit ausgetrieben werden. Wichtig ist, dass die Hexe lichterloh brennt. Gelingt dies nicht, weil der Funken entweder vor her umfällt oder aber die Hexe nicht richtig Feuer fängt, wird das der Legende nach als schlechtes Omen gedeutet. Verbrennt die Hexe hingegen vollständig und schnell, ist der Winter bald passé und der Frühling naht schon bald. Zu einem ordent-lichen Funken gehören unbedingt die traditionellen Funkakiachle. Die Rezeptur des Hefegebäcks ist in den meisten Allgäuer Gemeinden geheim. Sicher ist, dass es sich bei diesem Gebäck um eine Art Auszogene handelt, die in Schmalz herausgebacken und mit Puderzucker bestreut werden.

FUNKENSONNTAG
1. MÄRZ '20

Verdorrte Weihnachtsbäume, alte Paletten, trockenes Holz oder sonstiges Brennmaterial wird zum Funkenplatz gekarrt und dort gesammelt. Beim Brennholz für den Funken muss es sich ausschließlich um unbearbeitetes Naturholz handeln, es darf nicht lackiert oder lasiert sein. Dann wird mit diesem Brennmaterial ein hoher Turm errichtet, der ganz unterschiedlich hoch ausfallen kann. Von fünf bis dreißig Metern ist alles möglich, im letzten Jahr war der Funken in Lustenau in Vorarlberg ganze 60,64 Meter hoch und hat damit den Weltrekord eingefahren.

OBACHT VOR DEM
FUNKENSTREICH

Sobald der Funken kurz vor dem Funken sonntag komplett errichtet ist, kommt die Funkenwache zum Einsatz. Das heißt, der Funken muss rund um die Uhr be wacht werden. Denn die Jugend der Dörfer versucht sich gegenseitig im Funkenstreich. Es gilt, den Funken im Nachbardorf schon am Vorabend des Funkensonntags abzufackeln. Um dieser Schmach zu entgehen, muss die Funken wache in Tag- und Nachtschichten das Werk bewachen und herannahende Bösewichte abhalten.

Die Funken werden bevorzugt in erhöhten Lagen errichtet. Und nahezu jedes Dorf hat seinen eigenen Funken. Wie schön die Feuer auf den Bergen und in den Tälern flackern, dass sollte man unbe dingt mal mit eigenen Augen gesehen haben. Warum wir Ihnen das alles erzählen? Weil wir von Allgäuer Alpenwasser unsere Heimat lieben, weil wir hier tief verwurzelt sind, unser Brauch tum hochhalten und Sie ermuntern wollen, unbedingt ein Funkenfeuer zu besuchen.

ALLGÄUER ALPENWASSER GmbH

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