NATURPARK NAGELFLUHKETTE

Die Heimat unseres Wassers liegt im Naturpark Nagelfluhkette, der noch zu den sehr jungen Schutzgebieten im Alpenraum gehört. Landschaftsprägend für die Region sind die großen Höhenunterschiede, ein Wechselspiel von Bergen und Tälern, verschiedene Gesteins- und Gebirgsformen und die sowohl sonnenreichen als auch niederschlagsreichen Wetterlagen. All dies hat dazu geführt, dass sich im Gebiet auf verhältnismäßig kleiner Fläche eine große Anzahl unterschiedlicher Lebensräume ausbilden konnte.

 

DER ADLER SIEHT EIN MOSAIK

Aus der Adlerperspektive erinnert die Landschaft fast an ein Mosaik: Bergwälder grenzen an Moore und Feuchtwiesen, Schluchtwälder an kleine Bergbäche. Jeder dieser Lebensräume ist voller Leben. Angepasste Tier- und Pflanzenarten haben sich den Naturpark Nagelfluhkette als Heimat ausgesucht. Ob Steinadler, Birkhühner oder seltene Orchideen – gemeinsam machen sie das Gebiet zu etwas ganz Besonderem.

 

In welche Richtung sich ein Lebensraum entwickeln wird, hängt ganz eng mit seiner Pflege zusammen. Seit Jahrhunderten wird die Naturparkregion nachhaltig bewirtschaftet. Durch die harte Arbeit der Bergbewohner sind nicht zuletzt viele der heutigen Lebensräume erst entstanden. Um die Naturparkregion zu fördern und nicht zuletzt positiv mitzugestalten, arbeiten die Naturparkgemeinden mit ihren regionalen Partnern an verschiedenen Projekten in den Bereichen Umweltbildung, nachhaltigem Tourismus, Natur- und Kulturlandschaftsschutz (Entwicklung) und Regionalentwicklung. So wurde in den letzten Jahren die Besucherlenkungs– und Auflärungskampagne auf den Weg gebracht: „Dein Freiraum. Mein Lebensraum. Verantwortungsvoll in der Natur unterwegs“.

DIE TIERISCHEN BEWOHNER DES NATURPARKS

GÄMSE

 

Die Gams kommt im Naturpark überwiegend in den höchsten Lagen vor. Lediglich in strengen Wintern können sie auf der Nahrungssuche auch bis in die Tallagen wandern. Der Gamsbart wird aus den Haaren auf dem Widerrist gewonnen.

HOCHMOORGELBLING

 

Der Hochmoorgelbling ist eine Symbolart für die Gefährdung und den dringend benötigten Schutz unserer Moore geworden. Die Raupen ernähren sich ausschließlich von der Rauschbeere (Vaccinium uliginosum). Die aduten Schmetterlinge sind eher an den blütenreichen Feuchtwiesen am Moorrand zu finden

BIRKHUHN

 

Das Birkhuhn ist ein sehr störempfindliches Tier! Balz vom März bis Mai und Herbstbalz im Oktober/November. Am liebsten lebt das Birkhuhn in einem Mosaik aus Bergwald, Grünerlen- oder Latschengebüsch sowie Alpflächen.

DER NATURPARK IN ZAHLEN

 

GEMEINDEN

 

Im länderübergreifenden Naturpark beteiligen sich inzwischen 15 Gemeinden. Sie wollen eine einmalige Kulturlandschaft erhalten und gemeinsam mit den Bürgern vor Ort weiter entwickeln. Oberstes Ziel ist, aus dem Naturpark eine Modellandschaft für nachhaltige Regionalentwicklung zu machen.

GRÖSSE DES PARKS

 

Mit einer Fläche von 405 Quadratkilometern ist er der erste grenzüberschreitende Naturpark zwischen Deutschland und Österreich. Sämtliche Gemeinden sind dabei um den bekannten Gebirgszug der "Nagelfluhkette" angeordnet.

HÖCHSTER PUNKT

 

Die Lage am Nordrand der Alpen ist dafür verantwortlich, dass der Naturpark Nagelfluhkette große Höhenunterschiede aufweist. Während die tiefste Stelle an der Bregenzerach gerade einmal 465 Meter über dem Meeresspiegel liegt, reicht der höchste Punkt bis in 2.050 m Höhe. Er befindet sich nur wenig unterhalb des Hohen Ifen (2.229 m) auf dem Gottesackerplateau, ganz im Süden des Naturparks.

NIEDERSCHLÄGE IM JAHR

 

Am äußersten Alpenrand sind Staulagen häufig, bei denen sich die Wolken an der ersten großen Barriere regelrecht ausregnen. Die Niederschlagsmenge ist entsprechend hoch. In den Hochlagen betragen sie über 2.500 mm / Jahr. Dies entspricht gut dem vierfachen des Niederschlags, der zum Beispiel in Wien fällt (600 mm / Jahr).

HOCHGRAT

 

Bekanntester Gipfel ist der Hochgrat in Oberstaufen (1.834 m). In ihm hat die mittlere Nagelfluhkette, ein 24 Kilometer langer Bergzug, der von Immenstadt im Osten bis nach Riefensberg bzw. Hittisau im Westen verläuft, seinen Kulminationspunkt.

TEMPERATUR

 

Die Jahresdurchschnittstemperatur ist der Höhenlage entsprechend eher gering. Sie lag zwischen 1961 und 1990 auf 800 Meter Höhe bei durchschnittlich 6,3, Grad. Im Vergleich dazu betrug sie im selben Zeitraum in München (519 m) immerhin 9,1 Grad. Bedingt durch den Klimawandel steigen allerdings auch im Naturpark die Jahresmitteltemperaturen an.

DIESE PFLANZEN BEREICHERN DEN NATURPARK

ARNIKA

 

Die Diese alte Heilpflanze blüht von Juni bis September, wobei der Höhepunkt im Juli und August liegt. Sie steht unter Naturschutz und darf nicht gepflückt werden!

SILBERDISTEL

 

Die Silberdistel hat ihre Hauptblütezeit im August und September. Sie wird auch Wetterdistel genannt, denn bei aufkommendem Regen rollen sich die Hüllenblätter ein. Silberdisteln sind geschützte Pflanzen.

WEISSER MAUERPFEFFER

 

Die Charakterpflanze der Nagelfluhfelsen blüht in den Monaten Juni und Juli. Sie ist die einzige Nahrung für die Raupe des Apollofalters im Naturpark. Diese Pflanze ist unbedingt und besonders geschützt!

DIE PROJEKTE DES NATURPARKS

 

DER NATURPARK MACHT SCHULE

 

Der erste Grashüpfer auf der Hand, den ersten Alpensalamander vor Augen. Das sind Erlebnisse, die Kinder nicht so schnell vergessen. Für eine nachhaltige, in die Zukunft gerichtete Entwicklung des Naturparks Nagelfluhkette sind sie die wichtigsten Ansprechpartner. Deshalb bringt sich der Naturpark in enger Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Schulen in den Themenbereichen Mensch, Kultur und Natur in den Unterricht ein. Weitere Informationen finden Sie hier

JUNIORRANGER WERDEN!

 

Ständig draußen in der Natur arbeiten, wilde Tiere beobachten, Besucher informieren und die Natur in National- und Naturparks schützen - das sind die Aufgaben eines Rangers oder unserer Naturparkführer. Bewerbe dich für die 4 tägige Ausbildung und mach mit in einem der Junior Ranger Sommercamps im Herzen des Ursprungs von Allgäuer Alpenwasser! Weitere Informationen & aktuelle Termine der Sommercamps 2018 finden Sie hier

ALPENWASSER UMWELTBAUSTELLEN

 

Der Naturpark Nagelfluhkette ist die Heimat unseres Allgäuer Alpenwassers und verantwortlich für die gute Qualität unseres Wassers. Damit das so bleibt setzten sich verschiedene Menschen im Naturpark ein, pflegen die Lebensräume und erhalten dadurch die Vielfalt unserer Tier- und Pflanzenwelt. Der Einsatz dafür erfordert eine gute Planung und meist echte „Muskelkraft“: Wer könnte die „Landschaftspfleger im Naturpark“ dabei besser unterstützen als unsere kleinen Experten in Sachen Natur – die Junior Ranger und Naturparkschüler. Weitere Informationen & aktuelle Termine hier

WEGE AM WASSER